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Sonntag, 24.01.2010

Lieferung an Einzelpersonen

ICH: Pizzadienst xyz, was kann ich für Sie tun?
Kundin: Ähm ja. Frau Schlachmichtot hier. Liefern Sie auch an Einzelpersonen?
ICH: Äh natürlich. Es muss nur der Mindestbestellwert erreicht werden.

Es stellte sich dann heraus, dass das die Frau eines Stammkunden war. Der war allerdings gerade auf Dienstreise. Aber kein Grund die sonntägliche Pizza sausen zu lassen.

P.S.: Ich weiß, es ist doof als Single entweder zu viel zu bestellen oder eine recht hohe Lieferpauschale zu bezahlen. Aber wir wollen als Lieferanten erst einmal Geld verdienen. Das ist nun mal der Preis, den man für die Bequemlichkeit nicht vor die Tür oder selbst kochen zu müssen, bezahlen muss. Denkt dran! Wenn Ihr Euch in den Wagen setzt und selbst was holt, dann kostet das Euch auch Zeit und Geld.

Montag, 18.01.2010

Die Schönwetter-Müllabfuhr

Jetzt ist das neue Jahr 18 Tage alt und die Müllabfuhr hat es immer noch nicht geschafft, meine gelbe Tonne abzuholen. Die haben einfach die ersten Abholtermine im Jahr ausfallen lassen.Wegen Wetter.

Wohl eher wegen: "Wir haben für den Fall der Fälle keine Winterreifen für unsere Fahrzeuge und trauen uns daher nicht raus."

Ich könnte ja verstehen, wenn sie länger brauchen und ein paar Tage später auftauchen. Aber so gar nicht?

*Wutschnaub*

Donnerstag, 14.01.2010

Strom aus, Computer kaputt

Nachmittags musste ich zwangsweise schließen. Tja, ohne Strom läuft auch hier nichts. Die ganze Straße hatte einen Stromausfall. Na zum Glück ist es so kalt, dass wir nicht befürchten mussten, dass uns die Ware abtaut. Und die 2 Stunden ohne Heizung haben wir auch überstanden. So schnell kühlt ein Haus ja zum Glück nicht aus.

Nur der Rechner, der hat sich völlig verabschiedet. Also mussten wir vorübergehend die Rechnungen mehr oder weniger manuell mit Laptop aufnehmen, bis ich die Festplatte in den Ersatzrechner gepackt hatte. Wenigstens die Daten haben überlebt und wir mussten nicht auf's Backup zurückgreifen.

Sonntag, 10.01.2010

Lasst den Telefonisten bitte erst mal Luft holen!

Ab und an schlagen hier neue Kunden auf, die das Gespräch folgendermaßen beginnen:
ICH: Pizzadienst xyz, was kann ich für Sie tun?
Kunde: Guten Tag. Ich hätte gerne... (rattert x Posten herunter)

Das ist für mich äußerst ungünstig. Denn ich kann mit der runtergeratterten Bestellung erst mal rein gar nichts anfangen. Ich weiß nicht genau, wie es bei anderen Lieferdiensten ist. Aber meine Software hier - Marke vor zig Jahren von nem Programmierer für uns zugeschnitten - erlaubt es mir nicht, erst die Bestellung anzulegen und dann den Kunden zuzuweisen. Ich muss erst die Maske des Kunden aufmachen oder neu anlegen und kann dann erst die Bestellung aufnehmen.

Entweder muss ich also den Kunden unterbrechen (was ungünstig ist) oder aber ich lasse den Kunden ausreden und eröffne ihm dann hinterher, dass ich zunächst seine Daten brauche und dass er die Bestellung danach wieder von vorne aufsagen darf. (ws auch ungünstig ist)

Besser ist es also, das Gespräch wie folgt anzufangen.
ICH: Pizzadienst xyz, was kann ich für Sie tun?
Kunde: Guten Tag. Ich hätte gerne was bestellt. (Pause, damit der Telefonist darauf einsteigen kann)

Damit ist man immer auf der sicheren Seite. Dann kann nämlich Euch der Telefonist sagen, wie es weiter geht. Je nachdem wie das System bei denen aufgesetzt ist.

Außerdem fühlt man sich am anderen Ende der Leitung nicht so wie ein Automat behandelt. So komm ich mir nämlich ein wenig vor, wenn mir so ne ellenlange Bestellung entgegenrattert.

Samstag, 09.01.2010

Wie bestelle ich Pizza?

Für den Kunden hätte ich einen Aufschlag nehmen sollen. Als Lehrgebühr.
ICH: Pizzadienst xyz, was kann ich für Sie tun?
Kunde: Guten Tag, ich hätte gerne eine Pizza Salami.
ICH: Möchten Sie es geliefert oder selbst abholen?
Kunde: Ich möchte es schon gebracht haben.
ICH: Dann hätte ich bitte gerne die Telefonnummer.
(Brauche ich alleine wegen Rückfragen. Ein Artikel kann ausgehen, der Fahrer findet die Rechnung nicht, die Klingel funktioniert nicht etc. pp)
Ich hab Sie nicht im System. Bestellen Sie das erste Mal bei uns?
Kunde: Ja.
ICH: Gut dann brauche ich bitte den Namen.
Kunde: Was-ewig-langes, was-ich-nicht-verstehe.
ICH: Öhm. Buchstabieren Sie das bitte?
Kunde: Rattert in einem Affenzahn Buchstaben herunter.
(Ein geübter Sekretär würde dem vielleicht folgen können. Ich hab spätestens ab dem dritten Buchstaben den Faden verloren.)
ICH: Schön. Können Sie das vielleicht etwas langsamer wiederholen, damit ich auch so etwas wie eine Chance habe, das mitzuschreiben?
Kunde: Oh, Entschuldigung. (Buchstabiert jetzt ordentlich.)
ICH: Dann bräuchte ich bitte die Straße?
Kunde: Sie verkaufen aber nicht meine Daten weiter, oder?
(Was will der auf so eine selten dämliche und im Übrigen ziemlich unverschämte Frage hören? "Natürlich verkaufen wie Ihre Daten weiter, damit Sie jeden Sonntag um 8 Uhr von netten Damen aus dem Bett geklingelt werden? Sie hören sich an, als ob Sie es nötig haben?")
ICH: Ich brauche Ihre Adresse, damit der Fahrer weiß, wo er hinfahren soll und damit Sie eine ordentliche Rechnung kriegen. Und nein, wir verkaufen die Daten nicht weiter. Könnten wir vielleicht fortfahren mit der Bestellung?
Kunde: Das ist die Schlagmichtotstr. 20a.
ICH: Müssen wir am Haus irgendetwas beachten? Hintereingänge? Seiteneingänge?
Kunde: Nein.
ICH: Ist denn die Hausnummer von der Straße aus zu sehen?
Kunde: Äh nein. Da muss man seitlich reinfahren.
ICH: Könnten Sie das vielleicht näher beschreiben?
Kunde: Wieso? Die Fahrer haben sowieso alle Navi.
ICH: Navis können und wissen nicht alles. Sie haben doch auch nichts von, wenn der Fahrer nachher mit der Pizza bei Ihnen in er Gegend rumläuft, weil er das nicht findet. Es ist in Ihrem Interesse, wenn Sie mir jetzt sagen, wie man da am besten hinkommt.
Kunde: Also da ist neben der Hausnummer 20 ein Parkplatz, da muss man zu Fuß ganz hinten durch und da dann das erste Haus.
(Kennt Ihr Geocaching? So ne Art Schnizeljagd mit GPS-Gerät. Diese Positionierungsgeräte wären vermutlich in der Lage die Adresse des Kunden zu finden. Auto-Navis allerdings finden so eine Adresse nie und nimmer. Ohne die Beschreibung hätte der Fahrer im Stockdunkeln vor der Hausnummer 20 gestanden und hätte sich fusselig gesucht, weil sein Navi nur folgendes sagen würde: "Sie haben Ihr Ziel erreicht". Ich weiß schon, warum ich den Leuten bei der ersten Bestellung ein Loch in den Bauch frage. Ganz abgesehen davon, dass nicht jeder Fahrer Navi hat.)
ICH (Habe es endlich geschafft, den Datensatz anzulegen): Also, Sie hätten also gerne eine Pizza Salami?
Kunde: Und einen Salat und zwei Flaschen Bier.
ICH: Damit sind Sie immer noch unter unserem Mindestbestellwert an Speisen.
Kunde: Und was ist mit dem Bier?
ICH: Das ist ein Getränk und keine Speise.
Kunde: Ich bin also gezwungen, für xyz Euro mehr zu bestellen?
(Ja, ich habe Geschäftsbedingungen damit sich der Laden hier rentiert und beharre da drauf. Wie total böse von mir. Und meine Mitarbeiter leben auch nicht von Luft und Liebe.)
ICH: Sie können die Differenz auch als Lieferaufpreis zahlen.
Kunde: Ja gut, dann nehme ich eben noch eine Portion Fritten. Reicht das?
ICH: Nicht ganz. Soll ich die Differenz von 50 Cent einfach als Aufschlag drauf rechnen?
Kunde: Ja ist gut.
ICH: Gut dann muss ich jetzt nur noch wissen, welches Dressing Sie zum Salat und was Sie auf die Pommes möchten.

Das sind so Gespräche, die einem aus dem Alltagstrott reißen ;-)

Ich bin aber dankbar, dass der rechtzeitig gerallt hat, dass seine Adresse schon etwas schwierig zu finden ist. Nachher wäre mein Fahrer bei dem Schnee irgendwo fluchend im Stockdunkeln rumgeirrt.

Montag, 04.01.2010

Herr Pizza Diavolo

Kollege: Hmm, komisch.
ICH: Was denn?
Kollege: Herr Pizza Diavolo war noch gar nicht da.
ICH: Stimmt. Normalerweise kommt der montags und feiertags spätestens um 15 Uhr hier an.

Der besagte Kunde kam ausnahmsweise am nächsten Tag, um "sein" Essen zu bestellen. Es gibt so Kunden, nach denen kann man fast die Uhr stellen. Sie bestellen auch immer das gleiche. Einmal hab ich die Pizza sogar vorbereitet, als er eigentlich mal wieder "fällig" war. Ich hätte die Pizza nur in den Ofen schieben und backen müssen. Natürlich kam er an dem Tag gar nicht und auch kein anderer Kunde bestellte die Pizza.

Irgendwie habe ich es aber noch nicht geschafft, dem Mann seinen Namen zu entlocken. Daher bezeichnen wir ihn intern nur unter "Herr Pizza Diavolo". Jeder weiß, wer dann gemeint ist.

Sonntag, 03.01.2010

Der 4 x Anrufen-Kunde


Zweimal hab ich selbst da angerufen. Einmal weil der Besteller sehr jung war und mit Rufnummern-Unterdrückung angerufen hatte. Ich wollte das noch mal bestätigt wissen, dass er wirklich Pizza haben wollte und uns nicht verarschte. Damit kriegt man schon 90% aller Scherzanrufe ausgesiebt.

Dann rief ich da nochmal an, um mir die Adresse bestätigen zu lassen. Schlagmichtotstr. 112. Mein Fahrer und ich waren uns aber ziemlich sicher, dass das nicht sein konnte. Weil diese Straße überhaupt nicht so lang ist für so hohe Hausnummern. Diesmal war der Papa am Telefon und sagte: "Ja, Schlagmichtotstraße 112"

Letztendlich stand mein Fahrer vor der Schlagmichtotstraße 82 und suchte verzweifelt irgendwo weitere Häuser. Es war 23 Uhr, stockfinster, es schneite und es war seine letzte Tour vor Feierabend. Also rief der Fahrer zum dritten Mal da an und ließ sich den Weg zum Haus beschreiben.

Und jetzt ratet mal! Die Adresse war wirklich falsch. Es war die Schlagmichstraße 112 im Nebenstadtteil. Es ist ja  nicht so, als ob wir nichts anderes zu tun hätten, als kilometerweit völlig unnütz durch die Gegend zu fahren.

Dann stand der Fahrer endlich vor dem richtigen Haus und hatte schon einen solchen Hals. Da durfte er noch ein viertes Mal den Kunden anrufen. Er stand vor einem völlig abgewrackten Mehrfamilienhaus, wo alle Klingeln herausgerissen worden waren. Es gab also keine Chance zu klingeln, um ins Haus zu kommen bzw. dem Kunden mitzuteilen: "Hier steh ich, ich will endlich, endlich mal die Tour abliefern."

Trinkgeld gab es natürlich auch keins. Grrr.

Nachtrag: Offenbar verstehen mehrere Leser hier nicht, dass es zwischen der Schlagmichtotstraße und der Schlagmichstraße einen kleinen aber feinen Unterschied gibt. Die Straßennamen sind ähnlich aber nicht identisch. Mit anderen Worten: Dieser Kunde hier hat schlicht eine falsche Adresse angegeben. Er hat sogar trotz mehrfacher Nachfragen auf dieser falschen Straße beharrt. Wir haben deswegen nachgefragt, weil wir die angegebene Straße eigentlich gut kennen und die eigentlich zu kurz ist, um Hausnummern über 100 zu haben. Was ja auch stimmte. Aber was nutzt uns das, wenn der Kunde nicht rafft, dass er sich die ganze Zeit vertut.

Samstag, 02.01.2010

"Frei" haha

War ja klar. Der Neujahrsabend hat reingehauen wie nur was. Wir hatten so ziemlich alles auf der Straße, was irgendwie fahren konnte. In der Küche hatten wir Doppel-Belegung. *Uff*
Und jetzt Wochenende mit Doppelschichten. Juhu!*Seufz*

Also alles so wie immer.

Freitag, 01.01.2010

Frei! Ich hab frei - so quasi

Seit mindestens 10 Jahren ist das der erste Tag, wo ich nicht am Neujahr um 13 Uhr im Laden stand. Endlich mal richtig ins neue Jahr feiern. Juhu.

Allerdings rechne ich damit, gleich wieder aushelfen zu dürfen. Wenn es wieder rund gehen sollte.

P.S.: Die letzten Tage waren stressig und ich hatte definitiv keinen Bock zu bloggen. Frohes Neues!

Freitag, 18.12.2009

Haustürklingel mit Spezialeffekt

Da drückt man als Pizzafahrer nichtsahnend auf die Türklingel und kriegt dann folgendes zu hören:
"Guten Tag. Dies ist der Anrufbeantworter der Familie xyz. Leider sind wir zur Zeit nicht zu Hause. Sie können aber nach dem Signal eine Nachricht hinterlassen. Vielen Dank. (pieps)"

Fahrer (stotter): Äh, hallo? Sie hatten Pizza bestellt und...

Da wurde die Tür aufgerissen.
Kunde: Oh Entschuldigung. Ich hab vergessen, den AB abzustellen, als ich nach Hause gekommen bin.
Fahrer: Sie haben den AB an die Türklingel angeschlossen? Das habe ich ja noch nie gesehen.
Kunde: Wissen Sie, ich kriege oft Pakete. Und wie oft kommen die Seppel hier an, klingeln und gehen ohne einen Paketschein einzuwerfen. Und ich wunder mich dann, wo die Sendung bleibt. Seitdem ich den AB an der Klingel habe, sprechen die mir immerhin drauf. So weiß ich wenigstens, dass da jemand da war.

Witzig. So eine Schaltung hab ich auch noch nie gehabt.