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Donnerstag, 24.05.2007

Er ist wieder da!

Mal völlig "off-topic", aber ich bin ein großer Fan von Günter Wallraff. Und wie immer geht er dorthin, wo es richtig weh tut: zu Callcenter, die einem ungebeten versuchen, Lotterielose oder schlicht und ergreifend völlig überteuerten Nippes anzudrehen.

Günter Wallraff undervover

Die Story ist ein echtes Lehrstück über unsere Gesellschaft und die menschliche Natur. Besonders erschütternd finde ich, dass eine Frau, welche die betrügerischen Verkaufspraktiken nicht mitmachen wollte und davon der Arbeitsagentur berichtete, sogar bestraft wurde. Als Hartz IV-Empfänger kann man sich anscheinend kein Gewissen leisten.

Da musste ich erst mal schlucken :-(

Kommentare

Der bericht ist gut. Hab selbst schon mal in nem Callcenter gearbeitet und dabei auch solche methoden anwenden müssen. konnte ich aber nicht, also kam die Kündigung.
wie gut daß er es mal anspricht

Endlich wieder mal was von Wallraff. Habe alle seine Bücher gelesen. Hoffentlich kommt bald ein neues raus.

*applaus*
ich würde dem herrn wallraff mal bei telezwo oder freinetz mit ihren preselection dingern unterjubeln. danke das ding ist gebookmarked :)

Callcenter kenne ich aus einer Woche Arbeit bis ich nicht mehr konnte.

Da es mich nichts kostet gebe bei Anrufen solcher Firmen ich bei der Kontoverbindung immer gerne den Namen unseres Finazministers NRW sowie die Kontonummer des zuständigen Finanzamtes an.
Der "Kollege" bekommt einen Abschluss zugewiesen und der Rest interessiert mich nicht :-)

>> Besonders erschütternd finde ich, dass eine Frau, welche die betrügerischen Verkaufspraktiken nicht mitmachen wollte und davon der Arbeitsagentur berichtete, sogar bestraft wurde. Als Hartz IV-Empfänger kann man sich anscheinend kein Gewissen leisten.

** Besonders erschütternd finde ich, dass eine Frau, welche die betrügerischen Verkaufspraktiken nicht mitmachen wollte und davon der Arbeitsagentur berichtete, sogar bestraft wurde. Als Hartz IV-Empfänger kann man sich anscheinend kein Gewissen leisten. **

Das ist natürlich grober Unfug. Niemand wird bestraft, weil er illegale Tätigkeiten ablehnt. Das ist Populismus, um solche Jobs zu rechtfertigen.

@Frager: Hast Du den Bericht gelesen? Oder unterstellst Du, dass Wallraff oder seine Gesprächspartnerin gelogen hat? Oder was?

Interessanterweise hat meine Partnerin etwas ähnliches erlebt wie die angesprochene Frau bei Wallraff. Sie hatte sich selbst bei einer Zeitarbeit beworben, welche ihr einen Job zugewiesen hat, welcher nach so ziemlich allen Paragraphen sittenwidrig war. Zu lange Arbeitszeiten, keine Pausen, regelungen die weit über das vertraglich festgelegte hinausgingen. Letztlich sollte sie über 70 Stunden die Woche arbeiten aber nur für 30 bezahlt werden. Daraufhin hob sie den Vertrag mit der Zeitarbeitsfirma auf und es kam wie es kommen musste, das Amt verhängte eine Sperrzeit. Nach langem hin und her wehrte sie sich erfolgreich. Aber auch NUR weil ihre Tante zufällig ein recht hohes Tier bei einem anderen Amt ist und ihren Justiziar eingeschaltet hat. Und selbst nachdem ein anderes Arbeitsamt meinte, dass die Sperrzeit unberechtigt verhängt wurde, sahen die zuständigen Mitarbeiter nicht ein wieder zu zahlen.

Als Arbeitsloser hat man es in Deutschland nicht mehr so einfach wie viele es sich vorstellen. Wer illegale Tätigkeiten ableht muss VIEL Ausdauer mitbringen und nach möglichkeit irgendwo heimlich finanzielle Reserven gebunkert haben. Auch wenn das wieder illegal ist, die Handlungen des Amtes sind es ja schliesslich auch.

Kann es sein, dass das vom Sachbearbeiter abhängt? Wenn die einen hü sagen und die anderen hott, hab ich so langsam den Eindruck, dass die Sachbearbeiter mehr oder weniger selbständig über Sperrfristen entscheiden.

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