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Montag, 19.10.2009

Ausschank versus 1-Liter-Flasche

Ich hab nach Rücksprache mit den Mitarbeitern bei den Getränken folgende neue Regel eingeführt. Ich bestehe darauf, dass sich meine Mitarbeiter, die Getränke glasweise nehmen (Sie dürfen dabei ruhig auch was Pause machen, kein Problem). Alle fanden das ok. Aber für mich als Unternehmer ist der Verbrauch an Getränken mal eben um 85% runtergegangen. Insbesondere die relativ teuren Red-Bull-Dosen werden nicht mehr in Masse konsumiert.

Soviel zu: Es macht keinen Unterschied, ob man Getränke gläserweise oder 1-Liter-weise nimmt.

Ich bin gerne bereit, dafür zu sorgen, dass meine Leute keinen Durst haben müssen oder verhungern. Arm werden, will ich darüber aber auch nicht oder gleich den Durst und den Hunger von Freund/Freundin und der ganzen Familie mitsponsorn.

Ich find es übrigens immer noch nicht in Ordnung, wenn man mich beklaut. Schon gar nicht mit so tollen Ausreden wie "Ach, Ihr Unternehmer Ihr beklaut mich ja noch so viel mehr, weil (füge persönliche Lieblingserklärung ein, warum alle Arbeitgeber Drecksäcke sind)".

Ich zwinge hier niemanden zu gar nichts, jeder weiß hier, wann er wofür, wieviel bezahlt wird. Ich achte, auf ein gutes Arbeitsklima. Mir ist bewusst, dass das für die meisten hier ein Nebenjob ist und andere Dinge (Schule, Ausbildung, Familie, reguläre Arbeit, Gesundheit) im Zweifelsfall Vorrang haben. Ich vermute, das sind so die Gründe, warum Ex-Mitarbeiter gerne als Kunden wieder kommen oder nach einer Auszeit wieder bei mir anfangen wollen oder mich an Freunde oder Familien-Angehörige empfehlen. Ich denke also durchaus, dass ich zumindest ein paar Dinge richtig mache. Aller Fern-Diagnosen und "Du böser, böser Unternehmer Du"-Rufen zum Trotz.

Kommentare

Zeig deinen Leuten doch mal die Abrechnung fürs Finanzamt ;) Dass von dem Verdienten nur die Hälfte übrig bleibt und du das ganze Risiko trägst, wissen bestimmt die wenigsten.

Bei uns in der Firma gibt's Kaffee und Mineralwasser für lau. Ich finde das vollkommen ok und ausreichend. Wenn ich Cola oder sowas möchte, muss ich mir das selbst mitbringen.
Das Wasser steht in Kisten bereit, aber dass davon jemand was mit nach Hause nimmt, habe ich noch nicht registriert. Ist wohl zu uninteressant. ;)

Ich hatte noch nie einen Arbeitgeber, wo es Getränke umsonst gab. Mnachmal frag ich mich was Arbeitnehmer erwarten.

Bei uns gibts Kaffee auch umsonst, die holländische Armee sponsort das für ihre Leute. Außerdem haben wir einen Kühlschrank, mit allerlei Softdrinks und Süssigkeiten, alles für 50 Cent.

Gratis Red Bull? Na dir würde ich als Unternehmensberater oder sonstigem unnötigen sauteurem Ratschlaggeber aber mal schleunigst in den Arsch treten.

Dieses Gesöffs zum 3fachen Benzinpreis gehört ja grundsätzlich boykottiert, aber das auch noch unentgeltlich an die Mitarbeiterschaft auszuleeren?

Das mit dem RedBull läuft wohl unter Mitarbeitermotivation. Mit Flügel kommt man halt schneller zum Kunden als mit dem Roller ;-)

„Ich zwinge ja niemanden“

Du nicht, aber die Verhältnisse. Und die sind noch viel effektiver, vor denen kannst niemand weglaufen.

Im Übrigen „beklaust“ du deine Leute tatsächlich. Davon lebt schließlich dein Laden (und du auch). Was dachtest du? Und du beklaust, sie, weil sie sich beklauen lassen müssen. Weil sie nur ihre Arbeitskraft haben und du den Pizzaofen.

Das ist bei ALLEN Arbeitgebern gleich, real der Fall, hat nichts mit dessen Person zu tun und muss deshalb auch gar nicht besonders gerechtfertigt werden.

Wobei „klauen“ der falsche Ausdruck ist. Zwangslage ausnutzen trifft es eher. Aber keine Angst. Wir leben in einer Gesellschaft der Freien und Gleichen, da ist das legal :-)

@nicolai
Er wird wohl kaum mit nem pizzaofen in der hand geboren worden sein. Soweit ich weiß, ist der pizzablogger nicht als kind reicher eltern in die welt gekommen, sondern hat sich entschlossen, unternehmer zu werden. Ansätze zur lösung des problems: alle mitarbeiter haben den gleichen anteil am unternehmen zu kaufen, geld wird gerecht geteilt. Damit sind die studenten auf 400? basis außen vor. Es gibt aber keine anreize, die arbeit zu schlechteren zeiten zu machen, alle machen mittagsschicht. Dauert nicht lange, dann ist vorbei mit pizzablog. Oder die öfen gehören ab nun dem staat. Das wäre fast noch besser, stellt uns dann aber vor das problem, was passiert, wenn die öfen sich nicht rentieren. Entweder die öfen stehen still und vergammeln oder der staat nimmt von laufenden pizzabuden geld und steckt es dem pizzablog zu. Auch nicht schön. So nett sozialismus auch ausschaut, solange wir keinen konsum per gesetz erzwingen können, wird es immer zerbrechen oder eine planwirtschaft, die noch schlimmer ist als marktwirtschaft, geben

Gratis Red-Bull? :D Wann darf ich anfangen für dich zu arbeiten?

Naja das mit den Getränken ist halt auch immer bedingt auf die Arbeit.. Wenn man im regelfall an nem Büro-Tisch sitzt zum arbeiten sitzt, sollte der Arbeitgeber wenigstens eine Kaffee-Maschine dahinstellen. Wenn der Betrieb gut läuft sollte er auch noch Kaffee bereit stellen sowie Tee und nen Wasserkocher.
Empfinde ich einfach als wichtig. Ein Betrieb läuft meist dank der Arbeiter gut und dann kann man denen dadurch etwas "zusatz-belohnung" geben.
Wenn ein solcher Arbeitgeber aber Cola und der gleichen auch noch anbietet empfinde ich das zwar als überaus toll für die Arbeiter, aber doch etwas unnötig.

Anders evtl. in einem Gastronomie-Betrieb, wo an Cola ne Menge verdient wird (ok ich weiß nicht wirklich wieviel ihr daran verdient) und wo Cola eigentlich immer vorhanden ist.

Deine Regelung finde ich im übrigen super auch wenn ich es als unnötig ansehe, dass du deinen Mitarbeitern RedBull anbietest ^^

Manche können froh sein, wenn sie auf Arbeit kostenfrei überhaupt was trinken können. Manch Arbeitgeber will dafür Geld haben, auch wenns dann die Hälfte des normalen Preises ist

Bei uns in der Bar gilt: alle alkholofreien Getränke sind während der Arbeitsszeit frei, außer: Red Bull.
Nicht nur, daß es schweineteuer ist, es gab vor langer Zeit (als es auch noch inlusive war) einen Mitarbeiter, der Red Bull schon fast palettenweise gesoffen hat. Zusätzlich führt diese "ist ja eh umsonst"-Mentalität dazu, daß eben eine neue Dose aufgemacht wird, wenn einer der Mitarbeiter mal eben vergessen hat, wo er seine halbleere Dose hingestellt hat.

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